Justierung einer Schmidtkamera

zunächst mal muss man feststellen, ob der Spiegel richtig justiert ist. Dazu muss man die Schmidtplatte (SP) in der Mitte markieren, am besten mit einem Permanentstift ein Kreuz malen. Schaut man nun bei geeigneter Beleuchtung von oben in die Schmidtkamera (SK), dann sieht man neben dem gemalten Kreuz noch das durch den Spiegel abgebildete Kreuz (eine Abbildung findet statt, weil sich die Platte genau im Krümmungsmittelpunkt des Hauptspiegels (HS) befindet.)
Die beiden Kreuze durch Verkippung des HS zur Deckung bringen. Möglicherweise kann man auch die SP etwas verschieben.

Danach muss man die Kassette justieren. Bei einigen SK's muss man das an der Spinne tun, ist aber im Prinzip egal.

Vorjustage

Ein Fernrohr (FR) ungefähr gleicher Öffnung nehmen wie die SK. Das FR nehmen und auf unendlich fokussieren (eine Kirchturmspitze in 100m Entfernung ist NICHT unendlich). Am besten Stern oder Mond nehmen.

Einen Film in die SK einlegen und mit schwarzen Permanentstift oder Kugelschreiber den Film bemalen. Auch die Ecken, an denen justiert werden soll, in verschiedenen Farben markieren (damit man hinterher sieht, in welcher Ecke man ist). Etwas Mehl oder Staub auf den Film bringen (macht hinterher schöne Prüfsterne).

Die Kassette in die SK einschrauben und seitlich durch das geöffnete Türchen mit einem Diaprojektor beleuchten.

Nun mit dem auf unendlich fokussierten Teleskop in die SK reinschauen. Man sieht die gemalten Strukturen in riesiger Vergrößerung. Der Staub produziert teilweise schöne Prüfsterne. Sind die Sterne und Strukturen unscharf, liegt man mit der SK aus dem Fokus. Die einzelnen Ecken der Kassette justieren, bis das FR in jeder Ecke den richtigen Fokus hat.

Feinjustage

Wenn man ein gutes Auge hat, läßt sich mit o.g. Methode eine SK bereits recht gut justieren. Folgende Methode ist etwas aufwendiger, bringt aber letztendlich noch eine bessere Genauigkeit.

Man nimmt einen Wratten-Filter (WR) (Hell-Rot oder klar) und macht eine kurzbelichtete Sternfeldaufnahme mit Filter und eine Aufnahme ohne Filter. Der WR verschiebt den Fokus bei einer Filterdicke von 0.1mm um 0.03mm vom Spiegel weg !

Beide Aufnahmen entwickeln und unter dem Mikroskop vergleichen. Ist die Aufnahme mit Wrattenfilter schärfer als die ohne Filter, muss man zum Spiegel hin justieren.

Und so weiter...

Mit dieser Methode (man kann übrigens auch Aufnahmen mit 2 übereinanderliegenden Filtern machen, dann hat man noch eine bessere Möglichkeit der Auswertung) hat man eine Möglichkeit die Richtung der Abweichung und den Betrag grob abzuschätzen.

Den entsprechenden Betrag an der Kassette mit einer Messuhr justieren oder an der Spinne der Kamera "nach Gefühl".

Das alles ist letztendlich nicht sehr schwierig aber zeitaufwendig.