1.1m Teleskop der Astronomischen Gesellschaft Melle

In der Nähe von Melle errichtete die Astronomische Gesellschaft Melle (mit dabei z.B. Peter Riepe, Bernd Schröter, Harald Tomsik, Stephan Binnewies etc) ein 1.1m Teleskop. First light war im Juni 2000. 

Die 1.1m-Sitall Optik mit Korrektor und Sekundärspiegel wurde von uns geliefert und auch die Optikrechnung, diverse Zeichnungen der Konstruktion und weitere Berechnungen wurden in unserem Hause durchgeführt. Ferner wird die Teleskopsteuerung (Autoslew+Autoguider-System) von uns geliefert.

Besonders freut es uns natürlich, daß das Projekt "Sternwarte der Astronomischen Gesellschaft Bochum Melle" ein registriertes Projekt der EXPO 2000 ist und wir zu diesem Erfolg beitragen können.

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Erstmontage.JPG (20725 Byte) Das linke Bild zeigt das Teleskop nach dem ersten Zusammenbau der Mechanik in der Montagehalle in Melle. Mit im Bild Bernd Schröter (links), Harald Tomsik (3,. von links), Peter Riepe (5. von links). Nach dem Zusammenbau ließ sich das 7 Tonnen schwere Teleskop mit einem Finger bewegen !

Das rechte Bild zeigt die Kuppel die ganz im Stil moderner Großteleskope konzipiert wurde. Besonderer Wert wurde auf eine hervorragende thermische Isolierung gelegt. Durch den durchgehenden extrem breiten Kuppelspalt kann das gefürchtete Kuppelseeing vollständig vermieden werden.

 

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Inzwischen hatte der "schwarze Riese", wie das Teleskop von seinen stolzen Besitzern meist genannt wird, first light.

Die Begeisterung bei der astronomischen Gesellschaft ist ungeteilt und auch die Besucher (mittlerweile fanden mehr als 5000 Besucher den Weg zum EXPO-Teleskop) sehen das Weltall danach mit anderen Augen.

Den Bericht eines erfahrenen Bobachters finden Sie hier.

Auch die Beobachtung von Mond und Planeten ermöglich Details, die mit kleineren Teleskopen einfach nicht zugänglich sind.

Das Teleskop kann als endgültiger Beweise betrachtet werden, daß viel Öffnung auch in Deutschland Sinn macht.

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Optik

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Spotdiagramm 1.1m mit Wynne-Korrektor

Es handelt sich um eine Newton-Optik mit 1.1m=43.3" freier Öffnung und einer Brennweite von  f=4387mm (f/4). Die Optik weist eine Oberflächengenauigkeit von L/18 auf, der RMS-Wert beträgt L/100. Der Diagonalspiegel hat eine kleine Achse von 243mm. Das System wird überwiegend mit einem 3-Linsigem Korrektor eingesetzt, der ein Bildfeld von 100mm mit einem maximalen Bildfehler von 0.015mm = 0.6 Bogensekunden ermöglicht.
Der von uns entwickelte Okularauszug weist 2 Off-Axis Guider auf, deren Licht vor der letzten Linse ausgespiegelt wird und dann mittels zweier keilförmigen Linsen wieder korrigiert wird um extrem scharfe Off-Axis Sterne zur Nachführung zu erhalten.

Specials
Eigens für das Teleskop wurde ein 4 Stockwerke hohes Gebäude errichtet, das komplett (auch die Kuppel) doppelwandig isoliert ist. Die Kuppel besteht aus 2 Hälften, die auseinandergefahren werden und einen über 3m breiten Spalt ermöglichen. Der Betonsockel, auf dem das Teleskop steht, wiegt über 100 Tonnen. Die bewegte Teleskopmasse beträgt über 7 Tonnen. Der Sekundärspiegel kann magnetisch arretierbar in 2 Positionen gefahren werden um immer eine bequeme Fokusposition zu ermöglichen. Das Projekt ist sicherlich weltweit einmalig und wir sind alle schon sehr gespannt auf die ersten Ergebnisse.