60cm-Teleskop des Physikalischen Vereins am kleinen Feldberg, QLT

wpe7C.jpg (5553 Byte)
QLT auf der Deutschen Montierung

Das Teleskop wurde 1998 von uns an den Deutschen Physikalischen Verein und die Sternwarte Frankfurt geliefert. Es handelt sich um ein 60cm f/9.6 Cassegrain, welches auch im Primärfokus bei f/3.3 betrieben werden kann. Die Steuerung des Teleskopes erfolgt mit unserer Steuersoftware Autoslew punktgenau und mit einer Positioniergeschwindigkeit von ca. 3 Grad/Sekunde. Der Tubus besteht in wesentlichen Teilen aus Kohlefaser um eine konstante Fokusposition zu ermöglichen. Von den Sternfreunden der Sternwarte Frankfurt wurde das Teleskop QLT=Quite Large Telescope getauft

wpe7E.jpg (4958 Byte)
Kranmontage des 60cm Tubus

Optik

Spot_FeldSek_s.JPG (12349 Byte)
Spotdiagramm f/10 Fokus

Spot_FeldPrim_s.JPG (10553 Byte)
Spotdiagramm f/3.3 Fokus

Das linke Spotdiagramm zeigt den f/10 Sekundärfokus mit einem entfernbaren 2-Linsigen Korrektor. Die Leistung eines Hypergraphen wird nicht erreicht, in der Praxis reicht die Leistung aber aus, um eine gleichmässig gute Abbildung über das komplette 6x9 Format zu ermöglichen (immerhin mehr als 10 mal schärfer als ein Schmidt-Cassegrain). Immerhin sind auch bei diesem Design noch 80% in 0.02mm Durchmesser konzentriert.

Im Primärfokus kommt ein 3-Linsiger Wynne-Korrektor mit Linsendurchmesser von 200mm zum Einsatz, der einen Felddurchmesser von 130mm ermöglicht. Im Primärfokus ermöglicht ein spezielles Off-Axis-System die Nachführung mittels einer CCD-Kamera, die ebenfalls Bestandteil des Auftrages war.

Kommentare
Christoph Lichtblau, ein Mitglied der Sternwarte Frankfurt schrieb über dieses Gerät im VDS-Journal 1999 (S.99) folgendes: "Das Highlight dieses Fernrohres ist neben seiner Abbildungsleistung der zweifach ausgelegte Fokus. Der rein fotografische Primärfokus hat bei ca. 2m Brennweite f/3.3. Bei eingebautem Sekundärspiegel können wir mit ca. 6m Brennweite bei f/9.5 fotografieren und beobachten. Alles natürlich punktscharf und bis in die Ecken korrigiert....Auch visuell ist dieses Teleskop ein echter Hit ! In wirklich guten Nächten ist die 17.Magnitude trotz unseres bescheidenen Großstadthimmels in der Nähe von Frankfurt erreichbar. Standardobjekte erscheinen in völlig neuem Licht! Galaxien sind nicht nur fahle verschwommene Lichtflecke, sondern zeigen mächtig Struktur - und der Anblick von Saturn im letzten Jahr bleibt mir wohl mein Leben lang unvergessen. Die Anzahl der beobachtbaren Objekte hat sich drastisch erhöht. Das automatische Anfahren der Objekte erfolgt in Sekundenschnelle punktgenau durch das von Astrooptik Keller mitgelieferte Steuerprogramm "Autoslew"....Meine Kollegen und ich sind jedenfalls der Meinung, daß wir die 4-Meter Kuppel mit keiner anderen Gerätekombination hätten besser ausfüllen können."